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Coole Karriere: Vom Ätna in den Tierpark Niederfischbach

Coole Karriere: Vom Ätna in den Tierpark Niederfischbach

[BERICHT AUS DER RHEIN-ZEITUNG]

Für zwei Menschen im Tierpark Niederfischbach geht dieser Tage ein Traum in Erfüllung. Der eine ist Peter Merzhäuser, seit Jahren Spiritus Rector der Einrichtung und derzeit Pressesprecher im Vorstandsteam. Der andere ist Paolo Catalano. Der 30-jährige Sizilianer hat seinen Master an der Universität Catania in Biologie und Ökologie gemacht und ist seit September als Tierpfleger in „Föschbe“ angestellt.

Sein Traum war es immer, in einem Zoo oder Park arbeiten zu dürfen; einer von Merzhäusers Träumen war es immer – neben einem neuen Luchsgehege und anderen Plänen für den Park –, einen professionellen Biologen im Team zu haben. Dass die Träume beider Männer wahr wurden, begann mit einer Stellenausschreibung beim Arbeitsamt.

Dort hatten die Niederfischbacher einen Tierpfleger gesucht, und Merzhäuser bekam eines schönen Sommertages eine Bewerbung aus Trier auf den Schreibtisch. Dort lebte Catalano seit Oktober 2016. Nach Deutschland gekommen war er, weil er mit seinem Studienabschluss keinerlei Chance sah, in einem italienischen Tierpark arbeiten zu können. Bestenfalls hätte er für einen Pharmakonzern herumfahren und dessen Produkte in Apotheken und Arztpraxen anpreisen können. „Aber das ist nicht meine Welt“, sagt der Sizilianer.

So zog er nach Norden, lernte in Trier in Crashkursen Deutsch, das er heute schon erstaunlich gut beherrscht. „Als ich die Stellenanzeige aus Niederfischbach sah, habe ich mich sofort beworben.“ Beim Bewerbungsgespräch stellte sich heraus, dass nicht nur die Chemie zwischen Tierparkleitung und Biologe stimmt, sondern auch, dass ihm das Konzept in Niederfischbach gefällt und dass er da mit seinen Kenntnissen in Biologie und Ökologie gefragt und gefordert ist.

Übrigens geht der Traum des Sizilianers weiter: Sein Fernziel ist eine leitende Position in einer solchen Einrichtung. Auch hier kann ihm Merzhäuser helfen. „Ich könnte ihn mir in mittlerer Zukunft als Leiter des Tierparks vorstellen. Darüber haben wir auch gesprochen.“ Klar, denn schließlich muss es auch nach der Ära Merzhäuser im Park weitergehen. Paolo, der seit August in Niederfischbach wohnt, gefällt es im AK-Land sehr gut, sodass er sich auch vorstellen könnte, im Asdorftal ansässig zu werden. „Hier ist es sehr schön, und ich habe kein Heimweh. Ich kann ja im Urlaub nach Sizilien fahren.“ Der Tierpark sei eine „gute Erfahrung“, sagt er, „und heimische Tiere sind wichtig.“ Die Einrichtung sei kein normaler Zoo, sondern ein zukunftweisendes Konzept, „alles gut organisiert“. Was fehle, sei „eine leitende Person. Peter Merzhäuser hat mich nach der Stelle als Leiter gefragt.“ Doch zunächst einmal muss Catalano seine sechsmonatige Probezeit durchlaufen, sich einarbeiten als Tierpfleger.

Zugleich ist er für Merzhäusers zweiten Verein, „Ebertseifen Lebensräume“, eingespannt. Dort soll er eine Kuratorenfunktion innehaben und laut Merzhäuser „jede biologische Tätigkeit selbst durchführen oder Aufgaben koordinieren, die von anderen erledigt werden.“ Daher sei der Sizilianer vom ersten Tag an in das Konzept der Umgestaltung des Tüschebacher Weihers eingebunden gewesen.

In Catania, der 300.000-Einwohner-Stadt am Ätna, ist Paolo geboren worden und aufgewachsen. Oft ist er auf den Vulkan gewandert, hat Eruptionen gesehen und Lava, hat die Erde unter seinen Füße beben gespürt. Aber Angst habe er vor dem Vulkan nie gehabt. „Der Ätna gehört in Catania zum Leben dazu.“ Nun also in Niederfischbach das Kontrastprogramm: Das Leben hier sei „sehr ruhig“, erzählt er, „und ich habe herausgefunden, dass mir das gefällt“. Beim Westerwälder Essen fehlt ihm indes die sizilianische Granita, eine gefrorene Süßspeise.

Hobbymäßig spielt er Schlagzeug und geht dem seltenen japanischen Iaido-Kunstkampfsport nach, einem meditativen Schattenkämpfen ohne Gegner. „Zum Glück habe ich in Siegen einen Verein gefunden, wo ich das machen kann.“ Und dann bedeutet ihm die Natur ganz viel: „Ich glaube, der Mensch hat die Verbindung zur Natur und den Respekt vor den Tieren verloren. Wir machen viel falsch mit der Natur. Das Hauptproblem ist, dass die Leute zu wenig über Ökologie wissen. Der Tierpark kann helfen, dagegen etwas zu tun.“

 

 

Quelle: Rhein-Zeitung
Redakteur: Peter Seel

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