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Die Gibbons bleiben wohl für immer im Tierpark

Die Gibbons bleiben wohl für immer im Tierpark

Kinder sollen am Sonntag für die Niederfischbacher Affen basteln

Seit ein paar Jahren geht die Umgestaltung des Tierparks Niederfischbach in eine Anlage für einheimische Arten vonstatten: Exoten wie etwa Papageien, Pumas und Affen sollen nach und nach in gute Hände abgegeben werden. Bei den beiden Pumas hat das prima geklappt, sie leben heute in großen Freigehegen in Frankreich glücklich und artgerecht. Doch bei den drei Berberaffen und vor allem den vier Weißhandgibbons wird es immer unwahrscheinlicher, dass sie eine neue, schönere Heimstätte bekommen. Zu viele Zoos bieten ebenfalls diese Primaten an. Und weil, wie Peter Merzhäuser, Geschäftsführer beim Tierparkverein, sagt, „der Weg aus dem Tierpark Niederfischbach hinaus immer hinein ins Bessere führen muss, bleiben die Affen besser hier“. Zugleich ist man bestrebt, ihnen die Zukunft angenehmer zu gestalten als bisher.

Denn eine vielleicht letzte Chance gibt es noch, zumindest die drei Berberaffen in ein größeres Gehege abgeben zu können – und somit für die vier Weißhandgibbons doppelt so viel Platz zu schaffen; beide Arten zusammen können nicht in einem Areal gehalten werden. „Wir sind mit einem holländischen Verein im Gespräch, der sich vor allem um Affen kümmert, aber auch andere Tiere beherbergt“, berichtet Merzhäuser. „Die Vereinbarung lautet: Wenn wir den Holländern zehn Waschbären abnehmen, würden sie dafür unsere Berberaffen übernehmen. Dann könnten wir die beiden heutigen Affengehege zu einem doppelt so großen für die Gibbons machen.“ Und die putzigen Waschbären passen zudem gut ins neue Tierparkkonzept: Sie könnten mit den Ottern in der geplanten großen Freianlage leben.

Doch ob nun Gibbons oder Berberaffen – eine artgerechte Haltung ist den Leuten vom Tierparkverein immer wichtig: Neben dem Raumbedarf gehört da auch die richtige „Beschäftigungstherapie“ dazu. Dabei sollen die Kinder der Region helfen – sie können für die Affen basteln. „Die Langeweile dieser Tiere zu bekämpfen“, sagt die stellvertretende Tierparkvorsitzende Birgit Hausherr, „ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Die Affen wollen Abwechslung und gefordert werden.“ Dafür hat sich das Tierparkteam etwas einfallen lassen: Am kommenden Sonntag, 17. November, wenn in der Wingendorfer Gärtnerei Schlechtriemen verkaufsoffen ist, wird der Tierpark dort mit einem Stand vertreten sein. Während Mama und Papa erste adventliche Rundgänge erledigen, kann der Nachwuchs von 12 und 17 Uhr für die Affen basteln. Birgit Hausherr wird jede Menge Jutestoff bereithalten und dazu viele Portionen leckeres Affenmüsli.

Aus beidem werden kleine Säckchen gepackt, in denen jeweils eine Portion des Schmauses steckt. Die sieben Affen im Tierpark müssen schon ihren ganzen Scharfsinn einsetzen, um an die Leckerli her-anzukommen. Weil sie aber ganz schön pfiffig sind und schnell her-aushaben, wie man so ein Jutesäckchen „knackt“, gibt es etwa ein Dutzend verschiedene Versionen, wie der geneigte Tierpfleger so ein Säckchen knoten, drehen, schrauben, zwirbeln und basteln kann – also auch für die Kinder eine Herausforderung.

Birgit Hausherr und Peter Merzhäuser berichten, dass sie in den vergangenen Jahren so gut wie alles probiert haben, um für alle sieben Primaten eine neue, bessere Heimat zu finden. „Wir denken, dass wir das zumindest für die Gibbons aufgeben müssen“, sagt Hausherr, „entweder haben die Zoos diese Affen schon oder sie wollen sie nicht.“ Seit zwei Jahren habe man die Abgabelisten der großen und kleinen Zoos und Tierparks deutschland- und europaweit durchforstet: „Immer wieder bieten all diese Einrichtungen Berberaffen und Gibbons an. Aber dabei sind sie genauso erfolglos wie wir.“

Erschwerend kommt nun hinzu, dass die Weißhandgibbons in absehbarer Zeit aus dem EEP – dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm zur Erhaltung bedrohter Arten – herausgenommen werden, weil sich die Bestände, zumindest in Zoos und Parks, wieder einigermaßen erholt haben. Das würde eine Streichung von Fördergeldern aus Brüssel mit sich bringen, die es bisher für Einrichtungen gab, die sich um die Betreuung dieser Affen gekümmert haben – und die Niederfischbach übrigens nie abgerufen hat. „Wenn das EEP geändert ist“, so Hausherr, „wollen noch mehr Zoos diese Affen loswerden. Wir gehen also davon aus, dass die Tiere bei uns alt werden.“ Die Jutesäckchen-Aktion soll dann auch beim Niederfischbacher Weihnachtsmarkt am 30. November angeboten werden. Und auch im Tierpark können Kinder, die sich melden, natürlich für die Affen basteln.

Falls Kindergartengruppen oder Schulklassen Interesse haben: Einfach melden unter Telefon 02734/6 11 75 oder E-Mail an info@tierpark-niederfischbach.de

Autor/Quelle: Peter Seel RZ Altenkirchen

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