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Wunsch, Idee und Wirklichkeit, in Niederfischbach einen Tierpark zu errichten, ist nun 50 Jahre alt.
Mitten im Asdorftal, am Fuße des Giebelwaldes, jeweils 12 km von den Städten Siegen und Betzdorf entfernt, liegt Niederfischbach.
Heute, hart an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gelegen, kann Niederfischbach jedoch aus allen Richtungen - aus dem Siegerland und dem Sauerland, vom Westerwald und aus dem Rheinland - gut erreicht werden. Am Ortseingang laden schmucke Hinweisschilder zum Besuch des Tierparks Niederfischbach ein.
Wie entstand dieser Tierpark, und was erwartet den Besucher in diesem Dorfzoo ?
Eine handvoll beherzter Tierfreunde trafen sich Anfang der fünfziger Jahre in ihren Wohnungen zu Fachsimpeleien über kleine tropische Zierfische, Aquarien und deren Betreuung. Der Interessentenkreis wurde größer, als sich ein paar Vogelfreunde hinzugesellten. Daraufhin mussten die Zusammenkünfte im Wartezimmer einer orts-ansässigen Zahnartztpraxis veranstaltet werden, und hier lag die Geburtsstunde des späteren Tierparks. Ohne eine zielbewusste Namensgebung, so glaubte man, ohne eine Eintragung ins Vereinsregister, so war man überzeugt, und ohne finanzielle Mittel, so stellte man fest, konnte nichts werden.
Und trotzdem wurde dann im Jahr 1954 der erste Schritt getan. Mit der Überzeugung eines guten Gelingens gaben sich die Tierfreunde den viel versprechenden Namen "Natur und Heim", ließen diesen Namen bei dem damaligen Amtsgericht Kirchen/Sieg eintragen und bezahlten die ersten Kosten aus eigener Tasche. Mit 20 Mitgliedern war es gegenüber dem heutigen Familienmitgliederstand von 750 ein bescheidener Anfang, aber der war gemacht.
Die ersten zaghaften Schritte in die Öffentlichkeit gab es im Jahre 1955 mit einer Vogel- und Kleintierausstellung im Niederfischbacher Jugendheim, der im Jahre 1956 eine weitere, größere Ausstellung folgte. Diese Ausstellungen fanden einen begeisternden Zuspruch bei der Niederfischbacher Bevölkerung, der letztlich Anlass gab eine ständige Einrichtung mit bunten Vögeln und kleinen Säugetieren zu schaffen. Das Kesselbachtal wurde Anfang 1957 als voraussichtliche Bleibe für eine kleine, bescheidene Flugvoliere mit einem angrenzenden Unterstand für ein paar Hühner, Enten und Goldfasanen auserkoren. Ein wesentlicher Grund für diese Entscheidung war nicht zuletzt das Angebot von Alois Koch, seine eigene Wiese kostenlos zur Verfügung zu stellen. Da sich hier Wiese, Wald und Wasser in einer außerordentlichen ruhigen Tallage anboten, war ein weiterer vorteilhafter Grund der Standortentscheidung. Ursprünglich sollte an dieser Stelle eine Grünanlage des damaligen Verkehrsverein entstehen, dessen Verwirklichung aus Kostengründen scheiterte. Die Initiative von Willi Buchen und Paul Lehnen und nicht zuletzt die Befürwortung durch den damaligen Gemeinderat gaben der weiteren Entwicklung in der Kesselbach die erforderlichen Impulse. 1959 zählte die Interessengemeinschaft “Natur und Heim” bereits 60 fördernde Mitglieder.
Die kleine Naturanlage wurde mit weiterem Ziergeflügel bereichert und als erste Säugetierart konnte ein Pärchen Afrikanische Zwergziegen auf der Wiese bestaunt werden. 1961 wurde der erste Massivbau als kleines Exotenhaus der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben mehreren Aquarien fanden hier ein Pavian-Affe, zwei Pinselohräffchen, ein junger Kaiman und ein Leguan ihre Unterkunft. Wie das Exotenhaus, so entstand auch das erste Stallgebäude in völliger Eigenleistung.
Hier fanden Esel, Störche und Waschbären ihr Zuhause. In den Folgejahren wurden eine Damwild-, Pony- und Zwergziegenweide eingerichtet. Für die kleinen Besucher gab es einen, anfangs noch kleinen, Kinderspielplatz.
Es herrschte nicht nur eitel Freude unter der aktiven Mannschaft, denn alsbald stellten sich Rückschläge in Form von Tierdiebstählen ein, denen sich unberechtigte Kritiken von so genannten Besserwissern beimischten. Ungeachtet der Vorfälle ging die Entwicklung des Tierparks weiter. Der Lamastall wurde gebaut, das Wildschweingehege erneuert, eine Toilettenanlage errichtet, das Flamingohaus eingeweiht, ein weiterer kleiner Weiher gebaut, ein 1.000 m langer Weidezaun aufgestellt, ein Hängebauchschweinestall und der große Winterstall seiner Bestimmung übergeben.
Daneben wurden im Kesselbachtal etwa 10.000 qm Grundfläche käuflich erworben, und vom Fischbacher Hauberg zu einem sehr bescheidenen Anerkennungspreis 15.000 qm Weidefläche und Waldungen gepachtet. Natürlich stand und steht die Betreuung und Versorgung der Tiere an erster Stelle. Es braucht kein Lebewesen zu hungern und zu frieren.
Aber all´ das, was sich dem Tierparkbesucher nach 50 Jahren darstellt, wäre ohne ehrenamtlichen Fleiß, ohne verantwortungsvolles Handeln, ohne gegenseitiges Vertrauen und ohne Opferbereitschaft einiger weniger aktiver Mitarbeiter nicht möglich gewesen.
Der Tierpark Niederfischbach will kein Konkurrent Zoologischer Gärten sein, sondern mit deren Hilfe im heimatlichen Raum dem Besucher eine Stätte der Erholung, der Besinnung und der Belehrung sein. Er will Freude und Begeisterung an all jene weitergeben, insbesondere an die Kinder, die noch einen Blick für die Schönheiten der Natur und ihrer Geschöpfe bewahrt haben. Er soll Kontaktstelle mit Tieren sein zur Freude der Menschen.
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